Gelenkerhaltende Hüftchirurgie
Einführung in gelenkerhaltende Hüftverfahren
Gelenkerhaltende Verfahren an der Hüfte sind fortschrittliche chirurgische Techniken, die darauf abzielen, die natürliche Gelenkstruktur zu erhalten und gleichzeitig Erkrankungen wie Dysplasie, Arthrose und avaskuläre Nekrose zu behandeln. Diese Verfahren sollen den Bedarf an einer totalen Hüftendoprothese verzögern oder sogar verhindern, indem sie die Gelenkfunktion wiederherstellen, Schmerzen lindern und die Mobilität verbessern.
Wenn das Hüftgelenk durch strukturelle Anomalien oder Knorpelschäden beeinträchtigt ist, können Eingriffe wie Osteotomien, Knorpeltransplantationen und Gelenkrekonstruktionen durchgeführt werden, um die Ausrichtung zu verbessern und die Belastung gleichmäßiger zu verteilen. Diese Techniken sind besonders vorteilhaft für jüngere und aktive Patienten, die ihr natürliches Gelenk so lange wie möglich erhalten möchten.

Was sind gelenkerhaltende Hüftverfahren?
Gelenkerhaltende Verfahren konzentrieren sich darauf, strukturelle Probleme der Hüfte zu korrigieren, um die normale Biomechanik wiederherzustellen und die Lebensdauer des natürlichen Gelenks zu verlängern. Im Gegensatz zum vollständigen Hüftgelenkersatz zielen diese Methoden darauf ab, die Integrität von Knochen und Knorpel zu bewahren und gleichzeitig die zugrunde liegenden Erkrankungen zu behandeln.
Zu den häufigsten gelenkerhaltenden Verfahren gehören:
- Osteotomien: Chirurgische Neuausrichtung des Hüftgelenks zur Verbesserung der Gewichtsverteilung.
- Knorpeltransplantation: Wiederherstellung beschädigten Knorpels mit biologischen Transplantaten oder synthetischen Gerüsten.
- Knochentransplantation: Verfahren zur Wiederherstellung der Knochensubstanz und -struktur.
- Gelenkausrichtung: Korrektur von Fehlstellungen zur Verbesserung der Funktion und Reduzierung der Degeneration.
Osteotomien zur Hüfterhaltung
Osteotomien sind chirurgische Verfahren zur Umformung oder Neuausrichtung des Hüftgelenks. Sie werden häufig zur Behandlung von Hüftdysplasie oder femoroazetabulärem Impingement (FAI) eingesetzt. Ziel ist es, die abnormale Hüftanatomie zu korrigieren, den Gelenkdruck umzuverteilen und das Risiko einer Knorpeldegeneration zu reduzieren.
Arten von Hüftosteotomien
- Beckenosteotomie: Wird häufig bei jüngeren Patienten mit Hüftdysplasie durchgeführt. Dabei wird das Acetabulum (Hüftpfanne) neu positioniert, um eine bessere Abdeckung des Oberschenkelkopfes zu gewährleisten, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion zu verbessern.
- Intertrochantäre Osteotomie: Diese Operation verändert den Winkel des Oberschenkelschafts, um die Biomechanik des Hüftgelenks zu verbessern. Sie wird häufig bei Arthrose infolge einer Hüftdysplasie angewendet.
- Femurosteotomie: Korrigiert Rotationsdeformitäten des Oberschenkelknochens und wird häufig bei pädiatrischen Patienten oder Personen mit angeborenen Hüftanomalien eingesetzt.
Knorpeltransplantation und Knochentransplantation an der Hüfte
Knorpel- und Knochentransplantationen sind wirksame Lösungen zur Behandlung lokalisierter Knorpelschäden oder Knochendefekte im Hüftgelenk. Diese Verfahren zielen darauf ab, die Gelenkintegrität und -funktion wiederherzustellen und das Fortschreiten der Arthrose zu verzögern.
Techniken der Knorpeltransplantation
- Autologe Chondrozytenimplantation (ACI): Gesunde Knorpelzellen werden aus dem Patienten entnommen, im Labor kultiviert und anschließend in den geschädigten Bereich implantiert, um neuen Knorpel zu regenerieren.
- Osteochondrale Autograft-Transplantation (OAT): Ein gesunder Knorpel- und Knochenzylinder wird aus einem nicht belasteten Bereich des Gelenks entnommen und in die geschädigte Region verpflanzt.
- Allograft-Transplantation: Knorpel- und Knochentransplantate von Spendern werden zur Behandlung großer Defekte verwendet, insbesondere bei fortgeschrittenen Gelenkschäden.
Knochentransplantationstechniken
Knochentransplantationen werden bei erheblichem Knochenschwund, häufig aufgrund einer avaskulären Nekrose oder eines Traumas, eingesetzt. Transplantate können entweder autolog (vom eigenen Körper des Patienten) oder allogen (von einem Spender) sein. Diese Technik bietet strukturelle Unterstützung und fördert das Wachstum neuen Knochens.
Gelenkausrichtung und -rekonstruktion
Die Korrektur der Gelenkausrichtung ist entscheidend, wenn eine abnormale Biomechanik zur Gelenkdegeneration beiträgt. Durch die Wiederherstellung der natürlichen Hüftausrichtung helfen diese Verfahren, weiteren Verschleiß zu verhindern.
Vorteile der Gelenkausrichtung
- Verbesserte Gewichtsverteilung und reduzierte Belastung des geschädigten Knorpels.
- Erhöhte Gelenkstabilität und -funktion.
- Verzögerung der Notwendigkeit eines vollständigen Hüftgelenkersatzes bei jüngeren Patienten.
Wer kann von gelenkerhaltenden Verfahren profitieren?
Diese Verfahren sind besonders vorteilhaft für:
- Junge und aktive Patienten, die eine totale Hüftprothese hinauszögern oder vermeiden möchten.
- Personen mit Hüftdysplasie oder beginnender Arthrose.
- Patienten mit femoroazetabulärem Impingement (FAI) und Hüftschmerzen.
- Patienten mit lokalisierten Knorpelschäden oder avaskulärer Nekrose.
Erfolgsraten und Fallstudien
Studien zeigen, dass gelenkerhaltende Verfahren, insbesondere Osteotomien und Knorpeltransplantationen, die langfristige Gelenkfunktion erheblich verbessern können. Patienten berichten häufig über eine Schmerzlinderung und eine gesteigerte Mobilität, mit Erfolgsraten von über 80 % bei sorgfältig ausgewählten Fällen.
Häufig gestellte Fragen
Die Erholungszeit variiert je nach Verfahren, beträgt aber in der Regel zwischen 3 und 6 Monaten, einschließlich Physiotherapie und Rehabilitation.
Für jüngere Patienten mit lokalisierten Gelenkschäden können gelenkerhaltende Verfahren die Notwendigkeit eines Hüftgelenkersatzes hinauszögern und die natürliche Gelenkfunktion erhalten.
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken wie Infektionen, Blutgerinnsel und unvollständige Symptomlinderung. Allerdings sind die Erfolgsraten bei erfahrenen Chirurgen hoch.
Patienten mit schwerer Arthrose oder ausgeprägtem Knorpelverlust profitieren möglicherweise nicht von diesen Verfahren und sind eher für eine Hüftprothese geeignet.
Eine gründliche Untersuchung durch einen Orthopäden, einschließlich bildgebender Verfahren, hilft dabei, festzustellen, ob ein gelenkerhaltender Ansatz für Ihre Erkrankung geeignet ist.
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