Knie: Patellainstabilität
Einführung in die Patellainstabilität
Patellainstabilität bezeichnet eine Fehlstellung der Kniescheibe (Patella), bei der sie aus ihrer normalen Ausrichtung gerät. Dies kann zu Schmerzen, Luxationen und langfristigen Knieproblemen führen. Diese Erkrankung kann die täglichen Aktivitäten sowie sportliche Leistungen erheblich beeinträchtigen. Während einige Fälle konservativ behandelt werden können, erfordern schwere oder wiederkehrende Instabilitäten häufig eine chirurgische Korrektur.
Ursachen und Risikofaktoren
Mehrere Faktoren tragen zur Patellainstabilität bei, darunter:
- Anatomische Anomalien (flache Trochleagrube, hochstehende Patella)
- Bandlaxität
- Vorherige Knieverletzungen oder Luxationen
- Muskeldysbalancen, die die Patellaführung beeinflussen
- Genetische Veranlagung

Symptome und Diagnose
Patienten mit Patellainstabilität können folgende Beschwerden haben:
- Wiederholte Kniegelenksluxationen
- Schmerzen an der Vorderseite des Knies
- Gefühl der Instabilität oder „Wegknicken“
- Schwellungen und Steifheit
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Anamnese und bildgebenden Verfahren wie Röntgen, MRT und CT-Scans zur Beurteilung der Knochenstruktur und Bandintegrität.
Behandlungsmöglichkeiten
Nicht-operative Behandlungen
Leichte Fälle können ohne Operation behandelt werden, z. B. durch:
- Physiotherapie zur Stärkung der Quadrizeps- und Hüftmuskulatu
- Orthesen zur Stabilisierung der Patella
- Anpassung der Aktivitäten
- Entzündungshemmende Medikamente
Chirurgische Eingriffe
Bei wiederkehrender oder schwerer Instabilität ist eine Operation erforderlich, um die Patella auszurichten und die normale Gelenkfunktion wiederherzustellen.
Osteotomien und gelenkerhaltende Rekonstruktionen
Mediale Patellofemorale Band (MPFL)-Rekonstruktion
Die MPFL-Rekonstruktion ist ein häufiges Verfahren zur Stabilisierung der Patella. Dabei wird das beschädigte Band durch eine körpereigene Sehne ersetzt, um eine übermäßige seitliche Bewegung der Patella zu verhindern.
Tuberositas-Tibiae-Osteotomie
Bei dieser Technik wird die knöcherne Ansatzstelle der Patellasehne (Tuberositas tibiae) verlagert, um die Patellaführung zu verbessern und die Belastung auf das Gelenk zu reduzieren.
Trochleoplastik
Die Trochleoplastik vertieft die Trochlearinne, damit die Patella eine stabilere Gleitbahn hat. Dies reduziert das Risiko weiterer Luxationen.
Femurosteotomie
Diese Operation korrigiert eine abnorme Rotation des Oberschenkelknochens (Femur), die eine Patellaluxation begünstigen kann.
Vorteile gelenkerhaltender Techniken
- Erhalt der natürlichen Kniegelenksfunktion
- Geringeres Risiko für langfristige Komplikationen im Vergleich zu Knieprothesen
- Schnellere Erholungszeiten
- Reduziertes Risiko für postoperative Arthrose
Wer ist ein geeigneter Kandidat?
Gelenkerhaltende Verfahren sind besonders geeignet für:
- Patienten mit wiederkehrenden Patellaluxationen
- Personen mit anatomischen Fehlstellungen, die zur Instabilität beitragen
- Sportler und aktive Menschen, die eine stabile Kniefunktion benötigen
- Patienten mit frühem Knorpelschaden
Erfolgsraten und Fallstudien
Studien zeigen, dass die MPFL-Rekonstruktion eine Erfolgsrate von über 85 % hat und die Kniegelenkstabilität signifikant verbessert. Auch die Tibialtuberositätsosteotomie und die Trochleoplastik erzielen langfristig ausgezeichnete Ergebnisse, sodass Patienten mit minimalen Komplikationen zu einem aktiven Lebensstil zurückkehren können. In vielen Fällen müssen diese Verfahren je nach individueller Pathologie kombiniert werden.
Häufig gestellte Fragen
Typische Symptome sind Knieschmerzen, ein Gefühl des „Verrutschens“ der Kniescheibe und gelegentliche Schwellungen, besonders nach körperlicher Belastung.
Die Erholungszeit beträgt in der Regel etwa 4 Monate, wobei eine gezielte Physiotherapie entscheidend für die Wiederherstellung der Kraft und Stabilität ist.
Leichte Fälle können mit Physiotherapie, Bandagen und Anpassungen der Aktivitäten behandelt werden. Schwere oder wiederholte Instabilitäten erfordern jedoch oft eine Operation.
Osteotomien verbessern die Kniegelenkausrichtung erheblich und reduzieren die Instabilität. Der langfristige Erfolg hängt jedoch von der postoperativen Rehabilitation und dem Lebensstil des Patienten ab.
Die Trochleoplastik hat eine hohe Erfolgsrate. Die meisten Patienten berichten über eine deutliche Linderung der Symptome und ein geringeres Risiko für erneute Luxationen.
Kontakt für eine Beratung
Wenn Sie unter Symptomen einer Patellainstabilität leiden, zögern Sie nicht, mich für weitere Informationen oder eine persönliche Beratung in meiner Praxis in Wien zu kontaktieren.